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Kita-Personalschlüssel unterscheiden sich in NRW erheblich

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Bild von Kindern in der Kita. Nicht jedes Kind in NRW erhält die gleiche Betreuungsqualität in der Kita. © Foto: Regenwolke0

Gütersloh, 28. August 2017. Die Qualität der nordrhein-westfälischen Kitas hat sich nur für die Kinder ab dem dritten Lebensjahr verbessert. Das zeigt sich vor allem an der Entwicklung des Personalschlüssels. Kamen zum 1. März 2012 noch 9,8 ganztags betreute Kinder auf eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft in Kindergartengruppen, waren es im März 2016 rein rechnerisch 9,0 Kinder. In Krippengruppen blieb der Personalschlüssel nahezu konstant (2012: 1 zu 3,7 sowie 2016: 1 zu 3,8). Trotz dieser Verbesserung sind die Personalschlüssel des bevölkerungsstärksten Bundeslandes für beide Altersgruppen aktuell etwas ungünstiger als das westdeutsche Mittel (1 zu 3,6 und 1 zu 8,5). Das zeigt das Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme der Bertelsmann Stiftung.

Innerhalb von Nordrhein-Westfalen erhebliche Unterschiede in der Kita-Betreuung

Die Kita-Qualität in Nordrhein-Westfalen hängt zudem stark vom Wohnort ab. Dies zeigt eine Auswertung der Personalschlüssel der 402 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland, die die Bertelsmann Stiftung erstmals durchgeführt hat. Zwischen den Kreisen in NordrheinWestfalen zeigt sich eine große Spannweite bei der Betreuungsrelation: So liegt der Personalschlüssel im Landkreis Gütersloh bei 1 zu 3,3, in Solingen hingegen bei 1 zu 4,9. Dies ist im Vergleich zu den anderen Flächenländern im Krippenbereich eine relativ große Spannweite zwischen den Kreisen. Vergleichbar ist die Situation in Niedersachsen, wo kreisabhängig eine Fachkraft 3,0 bzw. bis zu 4,5 Kinder betreut. Im Saarland sowie in Sachsen dagegen gibt es kaum Abweichungen vom landesweiten Mittel pro Fachkraft.

In Kindergartengruppen unterscheiden sich die Personalschlüssel in Nordrhein-Westfalen zwar zwischen den Kreisen etwas stärker als im Krippenbereich, jedoch befindet sich hier die Spannweite im Vergleich zu den anderen Flächenländern eher im Mittelfeld. Während in Bielefeld 8,0 Kinder von einer Fachkraft betreut werden, sind es im Landkreis Olpe bis zu 10,3 Kinder. In Rheinland-Pfalz hingegen ist die Betreuungsrelation bei einem mittleren Personalschlüssel von 1 zu 8,6 landesweit uneinheitlicher: Dort sind es mindestens 6,6 und maximal 11,5 Kinder, die von einer Fachkraft betreut werden. Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, sieht die große Spannweite innerhalb der Bundesländer kritisch: „Die Bildungschancen von Kindern hängen heute erheblich von ihrem Wohnort ab. Wir brauchen verlässliche Kita-Qualität in ganz Deutschland.“

Gravierende Unterschiede zwischen den Bundesländern bleiben bestehen

Wenngleich sich die Kita-Qualität bundesweit tendenziell verbessert, sind die Unterschiede zwischen den Bundesländern nach wie vor gravierend. Bundesweiter Spitzenreiter beim Personalschlüssel sowohl im Krippen- (1 zu 3,0) als auch im Kindergartenbereich (1 zu 7,2) ist Baden-Württemberg. Schlusslicht bei den jüngeren Kindern ist Sachsen (1 zu 6,5) und bei den Älteren Mecklenburg-Vorpommern (1 zu 13,7). In westdeutschen Krippengruppen kümmert sich eine Fachkraft um deutlich weniger Kinder (1 zu 3,6) als in Ostdeutschland (1 zu 6,0). Allerdings befinden sich in Ostdeutschland 52 Prozent der unter Dreijährigen in Betreuung, während es in Westdeutschland lediglich 28 Prozent sind. In Nordrhein-Westfalen sind es 26 Prozent. Bundesweit sind fast alle Kinder ab dem dritten Lebensjahr in Kindertagesbetreuung. 

15.900 zusätzliche Fachkräfte für kindgerechte Betreuung notwendig

Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt einen qualitätssichernden Personalschlüssel von 1 zu 3,0 in Krippengruppen und 1 zu 7,5 in Kindergartengruppen. Trotz der Verbesserungen im Kindergartenbereich hat Nordrhein-Westfalen somit ähnlich wie die meisten anderen Bundesländer für beide Altersgruppen noch keinen pädagogisch angemessenen Wert erreicht. Nur fünf von 53 Kreisen in Nordrhein-Westfalen entsprechen im Krippenbereich der Empfehlung bzw. sind dieser sehr nah. Für den Kindergartenbereich trifft dies auf keinen Kreis zu. Es ist zu klären, ob diese Unterschiede Ergebnis einer gezielten Steuerung durch Landesregelungen zur Personalausstattung sind oder sich hier unbeabsichtigte Steuerungseffekte zeigen. „Bund und Länder müssen einheitliche Qualitätsstandards umsetzen“, fordert Dräger.

Für einen kindgerechten Personalschlüssel müssen in Nordrhein-Westfalen nach Berechnungen der Bertelsmann Stiftung zusätzlich 15.900 vollzeitbeschäftigte Fachkräfte rekrutiert und weitere 712 Millionen Euro jährlich bereitgestellt werden. Zusätzliche Nachfrage nach Fachkräften entsteht zudem aufgrund des steigenden Bedarfes an Betreuungsplätzen für unter dreijährige Kinder. Ohne attraktivere Rahmenbedingungen für das Kita-Personal wird es schwer, dem steigenden Fachkräftebedarf nachzukommen. In den vergangenen Jahren ist in Nordrhein-Westfalen bereits ein Personalzuwachs zu verzeichnen: Von 2006 bis 2016 ist die Anzahl der Kita-Fachkräfte um 32.900 Beschäftigte bzw. um 44 Prozent gestiegen. Bundesweit lag der Zuwachs bei 62 Prozent. Um eine weitere Verbesserung bei der Qualität und Quantität des Angebots zu erreichen, bedarf es eines Kraftakts von Bund, Ländern, Kommunen und auch Eltern. Deshalb rät Dräger davon ab, kurzfristig auf die Elternbeiträge zu verzichten: „Erst wenn die Qualität stimmt und genügend Betreuungsplätze zur Verfügung stehen, können wir die Beitragsfreiheit angehen!“ Die Beteiligung der Eltern darf dennoch keine Zugangsbarriere für Kinder werden. Deshalb sollten Kita-Beiträge einkommensabhängig gestaffelt und Familien mit besonders niedrigen Einkommen komplett entlastet werden. Eine Befreiung der Elternbeiträge wird in Nordrhein-Westfalen im letzten Jahr vor der Einschulung des Kindes für den vollen Umfang der vertraglich vereinbarten Betreuungszeit gewährt. 

Notwendig ist nicht nur eine ausreichende Anzahl an Fachkräften, sondern auch „gut“ qualifiziertes Personal: In Nordrhein-Westfalen verfügen 74 Prozent der gut 106.500 pädagogisch Tätigen in Kitas (ohne Horte) über einen fachlich einschlägigen Fachschulabschluss, etwa zur Erzieherin. Dies liegt über dem Durchschnitt der westdeutschen Bundesländer (67 Prozent), aber unter dem der ostdeutschen Bundesländer (85 Prozent). Den formal niedrigeren Berufsfachschulabschluss besitzen in Nordrhein-Westfalen 10 Prozent der Fachkräfte. In Ostdeutschland liegt dieser Anteil bei 2 Prozent.

Zusatzinformationen

Grundlage des jährlich aktualisierten Ländermonitorings Frühkindliche Bildungssysteme sind Auswertungen von Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder aus der Kinder und Jugendhilfestatistik und weiteren amtlichen Statistiken. Stichtag für die Datenerhebung war der 1. März 2016. 

(Quelle: Pressemeldung der Bertelsmann Stiftung, 28.08.2017)

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